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Was ist Logistik?

Was ist Logistik ?

Die Logistik [die begrifflichen Wurzeln liegen 1. im griechischen Wortstamm "logos" (Verstand, Rechenkunst) und 2. im germanisch-französischen Wortstamm "loger" (versorgen, unterstützen)] hat ihren Ursprung im militärischen Bereich und umfasst dort alle Aufgaben, die zur Unterstützung der Streitkräfte (z.B. Transport, Quartierung und Versorgung) dienen.

Logistik hat beim Militär eine lange Tradition. Schon bei den Römern sorgten "logisticas" für den Nachschub und die Versorgung der Legionen. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden - zunächst in den USA - die im Militärbereich gewonnenen Logistikerkenntnisse auf den Bereich der Wirtschaft übertragen. In den 70er Jahren schwappte die Logistikwelle dann nach Europa über. In den letzten 30 Jahren hat sich die Logistik dabei von einer primär auf die physischen Abläufe fokussierten Unternehmensfunktionen zu einem ganzheitlichen, prozess- und kundenorientierten Managementkonzept und Führungsinstrument entwickelt.

Die Aufgabe der Logistik besteht darin, die richtige Menge der richtigen Objekte (Güter, Personen, Energie, Informationen,...) am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Qualität zu den richtigen Kosten bereitzustellen.

Dieser Ansatz ist für die Ver- und Entsorgung von Unternehmen und Unternehmensnetzwerken (Supply Chains) ebenso anwendbar, wie beispielsweise auf die Paketzustellung am Samstagvormittag oder militärlogistische Fragestellungen.
Mit Logistik beschreibt man heute die ganzheitliche, effektive und effiziente Planung, Realisierung, steuerung und Kontrolle des ausser- und innerbetrieblichen Materialflusses und der dazugehörigen Informations- und Wertflüsse. Die Logistik stellt für Gesamt- und Teilsysteme in Unternehmen, Konzernen, Netzwerken und sogar virtuellen Unternehmen prozess- und kundenorientierte Lösungen bereit. Die Beschaffungs-, Produktions-, Distributions-, Entsorgungs-, Verkehrs- und Materialflusslogistik sind dabei wichtige Teilgebiete der Logistik, die in alle Prozessketten und -kreisläufe einfliessen. Im Mittelpunkt dieses ganzheitlichen Konzeptes steht ein Denken in Prozessen, Strömen und Netzwerken.

Die Ausdifferenzierung, Vernetzung und dynamische Entwicklung der logistischen Teilbereiche macht nicht nur die Querschnittsfunktion der Logistik deutlich, sondern auch die stets wachsenden Anforderungen, denen sich die Mitarbeiter und Führungskräfte eines Unternehmens heute gegenüber gestellt sehen. Logistiker von heute sind "Prozessmanager", die in der Lage sein müssen, die "Supply Chain" organisatorisch und wirtschaftlich zu planen und zu steuern. Breites Fach- und Methodenwissen sowie Führungskompetenzen sind notwendig, um die Komplexität der Aufgaben zu bewältigen.

"Logistiker" müssen in der Lage sein, technische und wirtschaftliche Probleme zu erkennen und zu beurteilen sowie Kosten und Service gegeneinander abzuwägen. Sie müssen in der Lage sein, mit den oft nur entweder in wirtschaftlichem oder technischem Denken geschulten Führungskräften oder Mitarbeitern der unterschiedlichen Unternehmensbereiche zusammen zu arbeiten. dies erfordert nicht nur ein grosses interdisziplinäres Fachwissen, sondern auch ein hohes Mass an sozialen Kompetenzen, wie z.B. Kommunikationsfähigkeit und Fähigkeiten der Mitarbeiterführung. Der Logistiker soll sowohl politische Fähigkeiten des Verhandelns, der Konfliktlösung und der Konsensbildung als auch die Fähigkeit zur Anpassung und Veränderung besitzen.

Auch zukünftig wird der Logistik eine bedeutende Rolle zukommen. Global vernetzte Wirtschaftsstrukturen werden weiterhin hochverfügbare Logistiksysteme erfordern, die die physische und informatorische Verbindung in und zwischen Unternehmen sowie mit ihren Kunden und Lieferanten gewährleisten. In diesem Zusammenhang wird sie z.B. als ein strategisches Führungsinstrument in Unternehmen und Unternehmensnetzwerken eingesetzt. Entwicklungen im Bereich der Logistik haben daher weitreichende Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit.